Danach passierte lange nichts mehr. Wir wussten aufgrund des Gespräches nun, wie viel Eigenkapital wir für den Kaufpreis-Range für den wir uns interessierten werden aufbringen müssen. So strafften wir unser Monatsbudget noch ein wenig mehr, um schneller mehr auf die Seite legen zu können und schauten uns während den folgenden drei Jahren auf diversen Immobilienmärkten nach passenden Objekten um.
Rechts die erste Besichtigung in Kernenried, daneben ein Haus in Lyssach; beide gingen für viel (zu viel) Geld weg.
Am 17. März 2021 schickte ich die Kaufdoku oben an Frau Jordi.
Am 20. März 2021 haben wir diese Immobilie in Recherswil angeschaut und bereits nach zwei Zimmern flüsterte mir Vali ins Ohr, dass sie das Haus haben möchte.
Das Problem war nur, dass die Bank den Wert der Immobilie tiefer schätzte, als der geforderte Kaufpreis und dass es einige Interessenten gab, wodurch wir noch ziemlich nachverhandeln mussten.
Wir schilderten den privaten Verkäufern Walter und Ruth Murer die Lage und bekundeten unser aufrichtiges und grosses Interesse, deren Haus als frische kleine Familie zu übernehmen und würdig weiterzuführen.
So erhielten wir schliesslich den Zuschlag, obwohl unser Angebot nicht einmal das höchste war. Für diesen menschlichen und nicht-finanziellen Entscheid sind wir den Murers tief verbunden.
Der Kaufpreis konnte um 24’000 reduziert werden.
Westansicht, Büro, Partyhaus im Garten, Küche, Waschküche, Esszimmer, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad. Zusätzlich gibt es eine Garage, einen Keller, zwei Kinderzimmer, ein Gästezimmer und einen Geräteschuppen.
Am 17. Juli 2021 war es dann soweit; wir durften in unser neues Zuhause, unser EIGENES Haus einziehen. Das war ein unbeschreibliches Gefühl, welches noch viele Wochen andauerte.
Immer wieder sagten wir zu uns; wir haben tatsächlich ein Haus gekauft, irre!
Es war schon zu Beginn klar, dass wir noch viel in unser Haus aus den 60er Jahren werden investieren müssen; neben Geld auch viel Arbeit, Schweiss, Blut und Tränen.
Am 10. August war es dann soweit und wir machten erste Arbeiten am Umschwung unseres Grundstücks. Dabei wurden wir unterstützt von meinem Vater (Pap), seiner Frau (Angi) und meinem Bruder (Ori).
Es wurden Bäume gefällt und ausgehoben, Unkraut ausgerissen, Rasen gepflanzt und grosse Steine, sowie ein alter Wassertrog aus dem Weg geräumt.
Der Fadentrimmer von Role wurde während diesen Tagen immer wieder hart auf die Probe gestellt.
Anfangs September bestand Pap darauf, dass wir unseren Wohnbereich neu streichen. Ich hätte lieber erst aus meiner Sicht wichtigere Dinge erledigt, liess mich aber überreden und hängte den mühsam aufgehängten 65’’ TV widerwillig wieder ab.
Krass, was ein bisschen frische Farbe aus altem Weiss macht.
Mitte September gab es dann im Aussenbereich wieder was zu tun. Die Vorbesitzer hatten neben dem Geräteschuppen Kaninchenställe. Diesen leeren Platz wollten wir nun umnutzen, um Brennholz und unsere Grünabfuhrcontainer vor Witterung geschützt aufbewahren zu können. Es wurden Gartenplatten verlegt und ein Gerüst angefertigt.
Da wir zwischenzeitlich den Wohnbereich gestrichen hatten, war der Farbunterschied der Wände und Decken zwischen dem Wohnzimmer und Küche/Esszimmer so gross, dass wir Ende September kurzerhand entschieden, auch noch das Esszimmer, die Küche und den kompletten Gang zu streichen.
Insbesondere die Deckenspots und der Spiegelrand am Deckensockel der Küche waren dabei eine mühselige Herausforderung, einerseits beim Abkleben vor dem Streichen, andererseits beim Entfernen der Klebeband-Fitzelchen nach dem Streichen. Wir waren dennoch froh, die Arbeit auf uns genommen zu haben; alles erstrahlte in frischem Weiss und wirkte wertiger.
Von Ende September bis Mitte Oktober bauten wir das alte, verlotterte Gartenbeet zu Rasen um.
Einerseits mussten wir den Kiesvorplatz zum Partyhaus abtragen und mit Herd auffüllen, andererseits galt es, das wild zugewucherte Gartenbeet von Hand Pflanze für Pflanze auseinander zu friemeln. Das war deutlich mehr Arbeit als erwartet, da viele der unscheinbaren Pflanzen sehr dicke und lange verhölzerte Wurzeln hatten. Das Beet ergab mehrere riesige Berge hölzerne Pflanzenreste, welche wir auslegten zum Trocknen und anschliessend nach und nach entweder via Grünabfuhr entsorgten, oder via Feuerschale verbrannten.
Als das Beet entsprechend vorbereitet war, mieteten wir in der Landi eine Bodenwalze, kauften Haus- und Spielrasen-Samen und säten zusammen mit -wer hätte es gedacht- Pap und Angi unseren neuen Rasen aus.
Der Rasen begann schon nach kurzer Zeit zu gedeihen und sah ein paar Wochen später bereits recht ansehlich aus.
Unsere Kaffeemaschine stand immer mühsam im Weg rum und blockierte die halbe Küche. Ausserdem wollten wir den Staubsauger im UG aufhängen, dort gab es aber keinen Strom… Also mussten neue Steckdosen her.
Und jeder der Familie Berger weiss, wenn man Steckdosen braucht, ruft man laut ANGI!
Irgendwann wollen wir unser altes Badezimmer mal renovieren. Da wir in diesem Rahmen auch die Plättli ersetzen werden, mussten wir überprüfen, ob sich darin und besonders im verwendeten Kleber Asbest befand, denn falls ja, wäre eine kostspielige Sonderbehandlung nötig.
Die Analyse seitens SGS LabTox ergab; kein Asbest!
Anfangs Dezember sollte unser neuer Waschturm geliefert werden. Wir nahmen dies zum Anlass, die Waschküche etwas aufzumöbeln. So wurden die Spanplatten weiss lackiert, es gab eine neue Steckdose mit FI-Schutzschalter und einen moderneren Spiegel.
Pap und Angi waren auch wieder mit von der Partie.
Corona sei Dank warteten wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit auf unsere neue Hörmann-Haustür, welche von Ruedi, der Fenster-Haus AG in Bützberg, hätte montiert werden sollen.
Als kleines vorweihnachtliches Geschenk war es dann aber am 22. Dezember tatsächlich soweit und die Tür wurde montiert.
Wir fanden es ein bisschen schade um die alte Tür, denn diese hatte noch handgeschmiedete Verzierungen des Hausbauers, welcher ein Mühlenbauer war.
Er machte übrigens auch die Einbruchschutzgitter vor den Fenstern, sowie das Treppengeländer beim Eingang.
Aber die Tür war nicht mehr dicht, also musste sie weg.
Motiviert vom Anblick der neuen, modernen, schönen Haustür, wollten wir auch den Rest des Eingangsbereichs entsprechend auffrischen.
So machten wir uns in der Altjahreswoche dran; die alte Garderobe und Lampe sollten durch neuere Exemplare ausgetauscht werden und alle Wände inkl. Decke erhielten einen frischen Anstrich.
Auch im neuen Kalenderjahr liessen neue Arbeiten nicht auf sich warten. Wir hatten zum Beispiel noch einen grossen, alten Apfelbaum, der allerdings bereits beim Kauf des Hauses tot war, weswegen wir ihn auch direkt fällen wollten. Der mehrheitlich hole Baum wurde aber von einem Bienenvolk als Unterschlupf genutzt, was dies damals verunmöglichte. Also mussten wir warten, bis die Bienen den Baum freiwillig verliessen oder aufgrund des Winters starben.
Tatsächlich waren gegen Ende des letzten Jahres immer wie weniger bis gar keine Bienen mehr zu sehen, also entschieden wir, den Baum bei der nächsten Gelegenheit zu fällen, bevor es sich zwischenzeitlich anderes Getier darin gemütlich machen würde. Am 17. Januar des neuen Jahres hiess es dann; Achtung, BAUM FÄLLT!
Erstaunlich, was die Bienen in dem Baum geleistet haben. Wir gehen sogar davon aus, dass der Baum mindestens von zwei Völkern bewohnt gewesen war, da wir getrennt von einander, einerseits (leere!) Honigwaben im Strunk und andererseits in einem dicken Ast fanden.
Da wir uns immer ein bisschen beobachtet bzw. ausgestellt fühlten, mussten Vorhänge her. Wir suchten diese im Créasphère in Kirchberg aus, liessen ein Beispielexemplar nähen und machten den Rest selbst, zusammen mit Angi.
Es wurde viel geflucht und einige «Güfeli» zerbarsten… Aber das Ergebnis überzeugt.
Anfangs Februar stellten wir fest, dass es hinter der Holzverkleidung im Schlafzimmer schimmelte…
Da wir diese Verkleidung sowieso früher oder später hätten entfernen wollen, bot sich die Gelegenheit gleich an, also ergriffen wir sie (natürlich auch unserer Gesundheit zuliebe).
Wir haben eine Mulde bei der Neuenschwander AG bestellt, kauften Schutzkleidung in der Landi und fingen an, die alte Verkleidung abzureissen. Und wenn man schon mal eine Mulde da hat, füllt man sie auch; so rissen wir auch noch die Holzverkleidung im Treppenhaus und von der Garagendecke runter und bauten den Holzunterstand in unserem Garten ab. Dieser wurde sowieso nicht mehr benötigt, da wir ja zwischenzeitlich einen neuen Platz für unser Brennholz neben dem Geräteschuppen eingerichtet hatten.
Aufgrund der Corona-Pandemie waren wir uns allmählich gewohnt, Atemschutzmasken zu tragen, aber dass wir auch noch auf ALIENS stossen würden - das konnte wirklich niemand ahnen…
Wenigstens kamen sie in Frieden (so deuteten wir zumindest das Handzeichen).
Unserer Gesundheit zuliebe mussten wir für diese Tage in das kleine Kinderzimmer ziehen (Bild unten).
Auf den nächsten Seiten folgen weitere Bilder der Räumung.
Nachdem das Schlafzimmer vorbereitet war, besserte Pap ein paar Risse aus, anschliessend haben wir die alte Tapete gelocht und Haftgrund aufgetragen.
Danach wurden die Wände verputzt und weiss gestrichen. Das brauchte ziemlich viel Material, unter anderem 125 Kg Kratzputz von Knuchel…
Am 10. März ersetzten wir alle Fenster welche noch alt waren, sprich; aus Holz und/oder nur einfach isoliert, durch zweifach isolierte Kunststofffenster. Dadurch hatten wir überall den gleichen Ausbaustandard.
Für die Montage schickte Ruedi seine zwei Monteure, welche gute Arbeit leisteten.
Anfangs Mai stellten wir im Keller neue Regale auf.
Das alte Metallregal nahm unser Nachbar Peter «Besche» Waefler, nachdem er es draussen vor unserer Garage rumstehen sah, alle anderen Regale, Gestelle und sonstige «Möbel» haben wir entsorgt.
Dadurch schufen wir viel mehr Stauraum im Keller.
Dann wurde es sehr sehr heiss.
Mit teilweise mehr als 35°C rückte ein Wassernutzungsverbot (keine Autowaschanlage, kein unnötiges Blumengiessen, etc.) in greifbare Nähe. Daher entschlossen wir am 11. Juli kurzerhand, endlich unseren Aufstellpool - naja, aufzustellen…
Da dieser um die 18’000 Liter Wasser fasst, dauerte das Befüllen mit dem Gartenschlauch einen ganzen Tag. Und keinen Moment zu früh, denn kurz darauf (ein paar Tage später) sprachen die ersten Kantone entsprechende Verbote aus. Das spielte für uns aber keine Rolle mehr, denn zu diesem Zeitpunkt plätscherten wir schon lange in aller Ruhe vor uns hin.
Gegen Ende Juli wollten wir für Emily einen Sandkasten aufstellen.
Wir haben von Valis Eltern den alten Kunststoff-Sandkasten bekommen, in welchem damals schon Vali als kleines Kind drin spielte. Praktischerweise hatte dieser Sandkasten in allen vier Ecken jeweils einen farbigen Sitz, der zum Verweilen einlud, sodass man nicht zwingend im Sand sitzen musste. Das war insbesondere bei den ersten paar Versuchen von Emily Gold wert, da ihr der Sand anfangs noch ein bisschen ungeheuer war. So konnte sie oben sitzen und mit den Füssen ein wenig im Sand rumspielen. Mit der Zeit traute sie sich auch mehr zu, bis sie schliesslich dann doch direkt im Sand sass.
Wir haben die farbigen Ecken übrigens so angeordnet, dass sie (vom Anbau aus betrachtet) den vier Hausfarben des Hogwarts-Wappen entsprachen. Die Versuchung war einfach zu gross…
Den Sand holten wir in der Landi, sage und schreibe 16 Säcke bzw. 400 Kg mussten wir anschleppen, um den Sandkasten voll zu kriegen.
Aufgrund des tragischen und total unnötigen Krieges, welchen Russland im Februar gegen die Ukraine startete, sowie des frühzeitigen Ausstiegs aus der Atomenergie (mehr oder weniger der ganzen Welt), gab es in diesem Jahr verheerende Auswirkungen auf Gas- Öl- und Benzin- bzw. Treibstoffpreise im Allgemeinen.
Gegen Ende des Jahres 2022 startete sogar der Bundesrat eine Energiesparkampagne, da man sich Sorgen machte, im Winter zu wenig Strom und/oder Gas zum Heizen zu haben.
Da wir zu diesem Zeitpunkt noch mit Gas heizten, zusätzlich aber über ein Cheminée im Wohnzimmer verfügten, rüsteten wir auch ein wenig auf, indem wir via Ürsu Steger bzw. Pesche, einem privaten Waldbesitzer, zwei Ster Buchenholz bestellten, um notfalls damit heizen oder via Feuerschale kochen zu können. Die Lieferung erfolgte durch Pesche und seine aufgestellte 10-jährige Tochter Sofie direkt in unsere Garage, wo wir das Holz gemeinsam aufstapelten.
Auch wenn wir nicht an einen totalen Ausfall glaubten, schadete es sicherlich nicht, Vorkehrungen zu treffen.